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Reisemedizin

Über 60 Millionen Urlaubsreisen jährlich zeigen den Stellenwert von Urlaub und Reisen in unserer heutigen Gesellschaft. Leider werden immer wieder die gesundheitlichen Risiken im Zusammenhang mit Reisen herausgestellt. Die Tatsache, dass Reisen ganz generell auch einen gesundheitsfördernden Aspekt haben und für viele, insbesondere ältere und chronisch kranke Menschen, sogar gesundheitsförderlich ist, dies wird leider kaum dargestellt.

Die Angst vor Belastungen auf Reisen bei alten oder chronisch kranken Menschen, aber auch beim normalen Urlauber, verstellt häufig den Blick darauf, dass sich die allermeisten Reisen günstig auf die Gesundheit auswirken. Das hat auch eine wissenschaftliche Studie des Reisemedizinischen Zentrums am Bernhard-Nocht-Institut (BNI) in Hamburg ergeben.

Egal, ob es dabei in die Karibik, an die Ostsee oder nach Spanien gegangen war: Nach dem Urlaub berichteten fast alle der Befragten über positive Veränderungen ihres Gesundheitszustands. Unterwegs erkrankte kaum jemand ernsthaft. Nur jeder Zehnte berichtete über leichte gesundheitliche Probleme, wobei Fernreisende leider deutlich häufiger betroffen waren.

 

Die angegebenen Gesundheitsstörungen wurden von den Befragten überwiegend als leicht bis mittelschwer bewertet. Auf den Reisen waren Reisedurchfall, Fieber, Atemwegsinfektionen, Sonnenbrand, Reiseübelkeit und Hauterkrankungen die häufigsten Gesundheitsprobleme.

Die Studie zeigte aber auch, wer sich vor Reiseantritt reisemedizinisch beraten ließ, war bei den reisebedingten Gesundheitsstörungen besser vorbereitet und konnte sich besser helfen. Genau dies ist das Ziel  der ärztlichen Reiseberatung: die Reise zu ermöglichen und sie medizinisch so gut es geht abzusichern.

 

Das Ihre Reise ein positives Erlebnis wird, dazu kann unsere reisemedizinische Beratung entscheidend beitragen.




Urlaubskrankheiten

Urlaubskrankheiten, da denkt man an Malaria, Gelbfieber, Bilharziose und andere exotische Krankheiten. Auch in den Reiseführern stehen eine Vielzahl von Empfehlungen, bei denen die meisten Leser nicht wissen, in wie weit diese Empfehlungen für Sie selber angemessen sind.

Vor allem den Impfungen und den gefährlichen Infektionserkrankungen wird dabei immer besonders viel Aufmerksamkeit gewidmet. Dies ist auch richtig und wichtig, jedoch bleiben dabei oft viele andere Risiken unbeachtet.

 


Die häufigsten Reisekrankheiten

 

  • Sonnenbrand
    Wird oft unterschätzt. Nicht nur das erhöhte Risiko durch wiederholte Sonnenbrände einen Hautkrebs zu bekommen; auch das der Urlaub durch einen heftigen Sonnenbrand erheblich leiden kann wird oft unterschätzt.

 

  • Durchfallerkrankungen
    Je nach Land sind 2 bis 7 von 10 Reisende von Durchfällen betroffen. Die meisten Reisedurchfälle sind harmlos und gehen innerhalb von 5 Tagen von alleine wieder weg. Aber wer nur 10 oder 14 Tage Urlaub hat verliert dadurch viel Zeit.
    Besonders häufig sind Durchfallerkrankungen z.B. in Afrika, Mexiko und Indien.

 

  • fieberhafte Infekte

In südlichen Ländern ist nicht nur die Sonne heißer, die Klimaanlagen sind auch kälter. Das Wechselbad der Temperaturen sind wir nicht gewöhnt und so stellen sich nach spätestens 2 Wochen Reisezeit bei vielen Reisenden fieberhafte Infekte mit Husten und Halsschmerzen ein.

 

  • Unfälle
    Das mit Abstand am weitesten unterschätzte Risiko. In den meisten Urlaubsländern gibt es auch für Touristen keine mit Deutschland zu vergleichende medizinische Versorgung bei Unfällen. Rettungsdienste können Stunden zum Unfallort brauchen – wenn sie überhaupt kommen.

Die häufigsten Unfälle entstehen durch Straßenunfälle (Fahren mit einem geliehenen Motorrad steht hier ganz oben auf der Risikoliste!), aber auch Badeunfälle oder Unfälle beim Bergwandern kommen immer wieder vor.

 

  • Erkrankungen durch Stechmücken und Wurmbefall

In dieser Kategorie sind die echten Tropenkrankheiten zu finden. Hierzu  zählen die bekannten Erkrankungen die durch Stechmücken übertragen werden wie Malaria, Gelbfieber und Dengue-Fieber. Aber auch Erkrankungen wie Chikungunya-Fieber, Japanische Enzephalitis, West-Nil-Virus oder seltene – aber trotzdem ernste – Erkrankungen wie Leishmaniose.

Wurmerkrankungen sind weltweit verbreitet. So kommen z.B. Band-, Maden-, Spul- und Rundwürmer auch bei uns vor. In tropischen Ländern treten Wurmerkrankungen jedoch noch wesentlich häufiger auf, da das Klima und die meist schlechteren hygienischen Verhältnisse ihre Verbreitung begünstigen. Manche sind harmlos, wie die Madenwürmer (Oxyuren), andere wie der Medina Wurm oder die Bilharziose  können sehr gefährlich sein.

Vorsicht ist auch bei herrenlosen Hunden geboten. Eine Hundebandwurm-Infektion kann gefährliche Folgen haben.

 

  • Hepatitis A, Typhus und Cholera

Diese Erkrankungen werden durch verunreinigte Nahrungsmittel übertragen. Während Cholera und Typhus vor allem in Risikogebieten auftreten, gibt es die Hepatitis weltweit. In Deutschland ist das Risiko zwar gering, jedoch steigt es bereits deutlich an bei Reisen nach Süden, z.B. Südfrankreich, Italien, Griechenland oder Spanien, sowie bei allen Reisen in Länder mit niedriger medizinischer Versorgung für die Bevölkerung.

 

  • Hepatitis B, HIV und andere Geschlechtskrankheiten
    Bei diesem Thema denken viele an Sextourismus. Auch wenn hier die Gefahr besonders hoch ist, darf nicht übersehen werden, dass die meisten Reisenden sexuellen Kontakte mit anderen Reisenden haben.

 

Das persönliche Risiko zu erkranken lässt sich dabei durch ein gesundheitsbewusstes Handeln vor, während und nach der Reise deutlich verkleinern.

 

 

Die Reisesprechstunde

Unsere Reisemedizinische Sprechstunde bietet Informationen und Vorsorge für Ihre Gesundheit auf Reisen an. Ohne die Vorfreude auf das positive Ergebnis der Reise zu nehmen, soll unsere Beratung für sinnvolle Vorsorgemaßnahmen sensibilisieren und einen ungestörten Genuss der Reise gewährleisten.


Im Zentrum unserer reisemedizinischen Gesundheitsberatung stehen die medizinischen Landesdaten Ihres Urlaubslandes mit individueller Bewertung Ihrer Reiserisiken und den notwendigen Vorsorgemaßnahmen.


Eine reisemedizinische Beratung braucht Zeit und Vorbereitung. Damit wir die für Sie relevanten und aktuellen Informationen zur Beratung zur Hand haben, ist eine Anmeldung von 2 Tagen vor dem Beratungstermin notwendig.

 


Beratung zu landesspezifischen Gesundheitsfragen

  • Aktuelle Informationen über die gesundheitlichen Risiken im jeweiligen Reiseland
  • Beratung zu den wichtigsten Vorsorgemaßnahmen (Insektenschutz, Hygiene, Sonnenschutz, Kleidungsempfehlungen und Reiseapotheke)
  • Beratung und Risikoabwägung zur Malariaprophylaxe
  • Beratung zu den reisemedizinisch wichtigen Infektionserkrankungen
  • Alle erforderlichen Impfungen (für die Gelbfieberimpfung arbeiten wir mit dem Wiesbadener Gesundheitsamt zusammen)


Beratung und Vorsorge zu Urlaubsaktivitäten

  • Beratung zu Tauch- und Bergmedizinischen Fragen
  • Beratung zu Wanderurlauben mit Rucksack
  • Tauchmedizinische Untersuchung nach der „Deutschen Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin“ (GTÜM) (ist nicht Inhalt der reisemedizinischen Beratung)


Beratung und Vorsorge zu Urlaub mit chronischen Erkrankungen

  • Beratung zur Reisefähigkeit und Risikoabwägung bei Reisen für Patienten mit chronischen Erkrankungen
  • Tipps zur medizinischen Infrastruktur des Landes
  • Gesundheits- oder Medikamentenatteste


Beratung und Vorsorge zu flugmedizinschen Fragestellungen

  • Beratung und Risikoabwägung zur Gefahr von Reisethrombosen
  • Beratung und Vorsorge gegen Reiseübelkeit
  • Beratung bei Flugangst
  • Beratung zu Problemen mit der Zeitumstellung (Jetlag, Umstellen von Dauermedikamenten, etc.)

 


Medizinische Rückfragen während der Reise


Sollten während Ihrer Reise weitere medizinische Fragen entstehen können Sie uns gerne über e-Mail kontaktieren.



Wir wünschen Ihnen eine schöne, unbeschwerte Reise
und kommen Sie gesund wieder nach Hause
Ihre Hausärzte Dr. Achim Sommerbrodt und Christian Sommerbrodt

 

 
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